© Klara Johanna Michel

Fuffifufzich

Wüsste man es nicht besser, man könnte meinen: Bei Fuffifufzich läuft alles – alles wie immer. Auf den unwahrscheinlichen Publikumserfolg des Indie-Debüts „Heartbreakerei“ folgte ein Schritt nach dem anderen: Seit damals, eines Nachts in der Volksbühne, die Fans über Zäune geklettert waren, um den Mythos zu bezeugen, wie Fuffifufzich einem urknallartigen Heartbreak entschlüpfte, sich mit angeborener Sonnenbrille aufrichtete, die Haare nach hinten schmierte und ihren ersten Schrei tat, hallt Fuffis Urschrei for Love durch die Welt. Der Urschrei wurde zur Mission, die Liebe zur Maxime: Der rasanten Zeitreise des Zweitalbums „Feel zu spät“ folgte eine opulente Tour, Fuffifufzich brach – Cello und Geige im Rücken – im Großen Saal der Elbfeelharmony mit der Etikette des Hochkulturstadions und entfesselte das Publikum, das irgendwann auf Stühlen und schließlich auf der Bühne abtanzte. Schnitt zu euphorischen Fans im Stuttgarter Opernhaus. Schnitt zur größten Show ever so far beim Fusion Festival im Sommer 2026: Streicherinnensinfonien. Synthexplosions. Fuffi on the big Screen. Jung TschoTscho am Keyboard und Lordi Landergott am Bass. Das Publikum wogt. Das Publikum jumpt. Das Publikum geht in die Knie. Ein Heiratsantrag in glühender Hitze bei „Ich liebe dich evtl. für immer“. Die ZEIT prophezeit indes: „Wenn man in dreißig Jahren an einer (…) Kneipe vorbeiläuft (…), wird dort Fuffifufzich aus den Fenstern schallen, und wir werden grölen.”

Es läuft. Aber irgendwas ist anders. Blickt Fuffi da durch eine neue Brille? Wer ist der weise Frauenchor, der sie ihr in feierlichem Ritus überreicht hat? Und wie lässt das frische, futuristische Designervisier sie das Weltpanorama betrachten?

Man hört Fuffifufzichs drittem Album „NEW ERA SAME ERROR“ an, dass es der Ära der Bedroomproduction entwachsen ist und sich im Tonstudio neu erfunden hat. Ikonisch wie eh und je schallen Jung TschoTschos a.k.a. Johannes Aues eklektische Synthproduktionen auf den Dancefloor und ins Herz und sind dennoch unbestreitbar transformiert, denn der vielschichtige Multi-Era-Sound hat an Tiefe gewonnen. Chorisch-theatral begleitet von Fuffis Ältestenrat, einem für das Projekt gegründeten Seniorinnenvokalensemble aus Berlin, verabschiedet sich die Künstlerin auf dem jüngsten Album von einer alten Liaison und heißt in virtuosen Kompositionen eine neue Liebe willkommen – inklusive allem Alten, das diese mit sich bringt. Der Loop der unumgänglichen menschlichen Fehlbarkeit, den „NEW ERA SAME ERROR“ erzählt, geht vom Schmerz aus, alles gesagt zu haben; gehen zu müssen. Als im Nachhall des Heartbreaks eines Nachts in der Bar dann der Dartpfeil eines Angels Fuffi unverhofft ins Herz trifft, tritt sie falcoesk in die New Era einer Deep Love ein: High vom betörenden Duft der Blume von Kreuzberg schwebt sie im blühenden Garten über sexy Gitarrenriffs an der Edge of Spring entlang, träumt von Flowers und dem Nektar, den sanften Atem ihrer Love im Ohr. In der Sommerhitze wächst die junge Liebe schnell und mit ihr auch die walzerkreiselnden Fragen: „Werden du und ich zusammen alt? Und wenn ja, in welcher Welt werden wir sein?“, dreht der Dreivierteltakt seine Runden, macht schwindelig vor Vorfreude und Verlustangst und wird begleitet von einem Aufheulen, das beides meinen könnte. Fast, als hätte man’s geahnt, wird klar: „Jede neue Era wird gebaut auf dem, was war.“ Denn die Errors bleiben nicht zurück. Sie wiederholen sich, so lang, bis sich irgendwann nichts mehr bewegt und wieder alles stillsteht. Die Liebenden sind lost, laufen gemeinsam davon, auf der Suche nach einem unbekannten friedlichen Ort, an dem es limitless Trost gibt und jede Sehnsucht gestillt wird, wie ein Baby an der Brust. Kann es den Ort denn geben? Muss der Weg nach innen führen? Hilft ein Trip in die Vergangenheit?  Oh Gott, „war das jetzt vielleicht too much?“, meldet sich Fuffifufzichs innerer Judge. Doch der notorische People-Pleaser sagt sich los und spittet ihm ein Manifest gegen die Scham zurück: „No Shame für das, was du alles in dir spürst. No Shame for Love: Liebe das Gefühl.“

„NEW ERA SAME ERROR“ ist Zeugnis einer menschlichen Entwicklung in Albumform. Ein elegisches, humorvolles, herzliches Kunststück, eine Einsicht: Egal, wo wir neue Erfahrungen sammeln, unser altes Gepäck nehmen wir immer mit. Das ist so deep wie ernst und wahr. Also ciao dada, ciao gaga? Müssen Wahrhaftigkeit und Reife gleich Ernsthaftigkeit bedeuten? Nun, wie ein alter Grieche wohl einst am Fluss gesagt haben muss: Alles verändert sich – und bleibt doch im Grunde, wie es war. Fuffis augenzwinkernder, flirtiver Charme ist unvergänglich, wird von der neugewonnenen Zartheit nur veredelt. Auch wenn jedem Anfang eine Prise Zauberstaub innewohnt: „Überall wo ich hingéh, überall bin ich dabei“, singt Fuffi in gewohnt schräger Silbenbetonung auf „Same Error“ und Lassie-Singers-Legende Christiane Rösinger krönt den Song mit Punkweisheiten. Inmitten einer Industrie, die alternde und ältere Stimmen gerne verschwinden lässt, inspiriert „NEW ERA SAME ERROR“ dazu, neben der Impulsivität der Jugend auch die Erfahrung des Alters wertzuschätzen. Die Weisen aus Fuffis Ältestenrat haben den Walzer der Abschiede und Neuanfänge schließlich schon einige Male öfter im Kreis getanzt als viele von uns – sie müssen es also wissen – und unterstützen Fuffifufzich beim panoramischen Weitblick aufs Leben. Am Horizont schimmert ewig die Hoffnung:

Selbst wenn nichts ist, wie es einmal war, selbst wenn auf einmal alles anders ist: Love is forever.

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Based in: Berlin, Germany

Represented by: Franziska Seeger

Territories: World


22 Oct 2026
Chemnitz, Germany · Kulturbahnhof Chemnitz
23 Oct 2026
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05 Nov 2026
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06 Nov 2026
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07 Nov 2026
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Wien / Vienna, Austria · FM4 Geburtstagsfest · Ottakringer Brauerei
on sale:
29 Oct 2026
17 Apr 2027
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20 Apr 2027
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23 Apr 2027
München / Munich, Germany · Muffathalle
24 Apr 2027
Nürnberg, Germany · Z-Bau (Saal)
25 Apr 2027
Leipzig, Germany · Täubchenthal
29 Apr 2027
Berlin, Germany · Columbiahalle

06 Oct 2026

Fuffifufzich kündigt Tour im Frühjahr 2027 an

Mit New Era Same Error erscheint im März 2027 via PIAS das neue Album von Fuffifufzich. Nach Heartbreakerei und Feel zu spät, ausverkauften Touren und epischen Shows in der Hamburger Elbfeelharmony und auf dem Fusion-Festival nun also das dritte Album, das der Ära der Bedroomproduction entwachsen ist und im Tonstudio in produktionstechnische Höhen gewachsen ist. Geblieben sind die ikonischen Signature-Synthies von Jung TschoTschos a.k.a. Johannes Aue und Lordi Landergotts Basslinien, die das Gerüst für Fuffifufzichs Gegenwarts-Art-Pop-Gesang über Liebe und andere große Themen des täglichen Lebens bilden. Begleitet wird Fuffi auf dem Album vom Ältestenrat, einem Seniorinnenchor aus Berlin.

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