Bayonne

Roger Sellers ist ein kleines Genie. Er ist ein minimalistischer Komponist mit dem gewissen Gespür für hypnotische, mitreißende Songs, denen er lediglich mit ein paar wenigen repetitiven musikalischen Phrasen derart viel Leben einhaucht, dass es uns fast schwindelig wird. Da pluckert es, Schicht für Schicht bauen sich die Songs auf, verschachtelt, vertrackt und hypnotisch. Das haben wir so lange nicht mehr erlebt, dass ein einziger Künstler es schafft, uns live so derart in Hypnose zu versetzen - und dann noch seine sanfte träumerische Stimme. "Spectrolite" ist ein exzellentes Beispiel dafür, was uns auf dem Album erwarten wird...
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Roger Sellers ist ein kleines Genie. Er ist ein minimalistischer Komponist mit dem gewissen Gespür für hypnotische, mitreißende Songs, denen er lediglich mit ein paar wenigen repetitiven musikalischen Phrasen derart viel Leben einhaucht, dass es uns fast schwindelig wird. Da pluckert es, Schicht für Schicht bauen sich die Songs auf, verschachtelt, vertrackt und hypnotisch. Das haben wir so lange nicht mehr erlebt, dass ein einziger Künstler es schafft, uns live so derart in Hypnose zu versetzen - und dann noch seine sanfte träumerische Stimme. "Spectrolite" ist ein exzellentes Beispiel dafür, was uns auf dem Album erwarten wird.
Bayonne hat es in den letzten Jahren bereits geschafft in seiner texanischen Heimatstadt Austin eine solide Fanbase um sich zu versammeln. Mit seinem Sound, gerne verglichen mit Panda Bear, Tory Y Moi oder auch Caribou, schaffte er es, auf sich aufmerksam zu machen, wohlbemerkt landesweit, was schließlich dazu führte, dass plötzlich Shows mit Two Door Cinema Club, Caribou, Neon Indian, Chairlift, Thundercat und Battles gespielt wurden. Sein Debütalbum ist äußerst komplex, in seinen verwinkelten, fast schon labyrinthartigen Strukturen finden sich sowohl Reminiszenzen an Steve Reich als auch Owen Pallett. Jedes Instrument hat sein eigenes melodisches Muster, das sich immer und immer wiederholt und dazwischen Sellers sanfte, durchdringende Stimme.
Sellers musikalische Reise begann im Alter von zwei Jahren, mit Eric Clapton Unplugged, zu Hause in Austin, Texas: "I'd just watch it over and over again. I would get paint cans and bang on them, trying to imitate what I saw in the video. My parents got me a drum set when I was 6 years old and I became obsessed. I wanted to be Phil Collins for so many years as a child. He was my hero. I feel like you can hear that a lot in Primitives, that big drum sound, because so much of the way I play was learned from Phil Collins. It became homework... It made me come home and not want to write. That's not at all how I'd thought about music -- it had always been something fun -- almost like a kind of therapy. It was an escape, not a chore."
Stattdessen machte Sellers sich auf, kaufte sich einen Looper und es ging los. Er stellte fest, dass er seine Ideen relativ einfach in Songs umsetzen und diese spontan aufnehmen kann, ohne dafür ins Studio gehen zu müssen. Viele der Songs sind daher durch experimentieren entstanden. So mag die Zusammensetzung der einzelnen musikalischen Phrasen vielleicht spontan gewesen sein, aber die Komposition zum Album "Primitives" war alles andere als spontan. Sellers konstruierte die Songs aus einer Kollektion von Loops, an denen er über einen Zeitraum von sechs Jahren mühsam getüftelt hat. Einige dieser Samples sind bei Liveshows entstanden, Andere sind zu Hause entstanden, improvisiert. Nachdem er die Grundmelodie hatte, musste er noch herausfinden, wie das alles zusammenpasst, wie das alles am Besten geschichtet werden kann, in äußerster Akribie, damit die sehr detailreichen Songs immer noch funktionieren und es schaffen, einen sofort mitzureißen. "That's all of it -- emotion," so Sellers. "I want the music to carry people in some way, and I want them to feel what I'm feeling. I want my music to be an emotive expression."
Die Songs auf "Primitives" sind nuanciert und geschichtet, kompliziert und beruhigend. Es ist unglaublich leicht, sich darin zu verlieren, aber unmöglich sie zu ignorieren.

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